Gummi lasern und gravieren
Stempel, Silikongummi, Dichtungen und mehr
Gummi ist eines der vielseitigsten Materialien, die Sie mit einem Laser bearbeiten können – und gleichzeitig eines der faszinierendsten. Ob klassische Firmenstempel, individuelle Verpackungsaufdrucke, technische Dichtungen oder kreative Bastelprojekte: Der Laser ermöglicht es, selbst feinste Details in Gummi zu gravieren und präzise Konturen zu schneiden, die manuell kaum realisierbar wären.
Was Gummi als Lasermaterial jedoch von Kork, Holz oder Leder unterscheidet: Nicht jede Gummisorte ist für die Laserbearbeitung geeignet. Bestimmte Materialien setzen beim Lasern gesundheitsschädliche oder sogar toxische Dämpfe frei – weshalb die richtige Materialwahl hier keine Nebensache ist, sondern entscheidende Voraussetzung.

Aufgepasst bei der Materialauswahl
Die besonderen Eigenschaften von Gummi
Gummi ist kein einheitliches Material, sondern ein Oberbegriff für eine breite Familie unterschiedlicher Elastomere – vom klassischen Naturkautschuk bis zu synthetischen Varianten wie Silikongummi oder EPDM. Für die Laserbearbeitung sind vor allem folgende Eigenschaften entscheidend:
Sauber gravierte Kavitäten: Im Gegensatz zu Holz, das beim Lasern charkohartig verfärbt, erzeugt der Laser in Gummi eine saubere, vertiefte Kavität ohne nennenswerte Verfärbung der Umgebung. Dieses Prinzip ist die Basis für präzise
Hohe Absorptionsfähigkeit: Gummi nimmt Laserenergie besonders effizient auf. Das ermöglicht präzise Gravuren mit hohem Kontrast, ohne übermäßige Wärme in das umgebende Material einzutragen.
Materialtreue unter Druck: Lasergravierter Gummi behält seine Form auch bei wiederholtem Gebrauch, zum Beispiel beim Stempeln oder bei Dichtungsanwendungen unter mechanischer Belastung.
Vielfältige Materialformen: Stempelgummi, Silikongummiplatten, Naturkautschukbögen und synthetische Gummiplatten sind in verschiedenen Stärken und Größen erhältlich und für unterschiedliche Anwendungen geeignet.
Nicht jeder Gummi ist gleich: Dies ist der kritischste Punkt bei der Arbeit mit diesem Material. Die folgende Übersicht gibt Ihnen eine erste Orientierung:
Gummiarten im Vergleich
| Gummiart | Geeignet für den Laser? | Hinweis |
| Lasergummi / Stempelgummi | Sehr gut | Speziell für CO₂- und Diodenlaser entwickelt, geringe Dampfentwicklung, scharfe Ergebnisse |
| Naturkautschuk | Bedingt | Gravierbar, jedoch starke Geruchsentwicklung und teils raue Kanten |
| Silikongummi | Gut | Liefert saubere Ergebnisse, erfordert gute Belüftung |
| Synthetischer Gummi (EPDM, Nitril) | Eingeschränkt | Je nach Zusammensetzung geeignet – Sicherheitsdatenblatt vorab prüfen |
| PVC-haltiger Gummi / Vinylgummi | Nicht verwenden | Setzt beim Lasern Chlorgas frei – akute Gesundheitsgefahr |
Wichtiger Warnhinweis: Verwenden Sie niemals PVC-haltigen oder chlorierten Gummi im Laser. Beim Lasern entstehen hochgiftige Chlordämpfe, die Ihre Gesundheit ernsthaft gefährden und die Optik und Mechanik Ihres Lasergeräts dauerhaft beschädigen können. Prüfen Sie im Zweifelsfall stets das Sicherheitsdatenblatt (SDS/MSDS) des Materials, bevor Sie es bearbeiten.
Weitere Informationen zu Materialien die nicht gelasert werden dürfen finden Sie hier.
Gummi gravieren und lasern
Welcher Laser eignet sich für Gummi?
Die Wahl des richtigen Lasergeräts hängt vom Gummityp, der gewünschten Materialstärke und dem Verwendungszweck ab. Die folgende Übersicht hilft Ihnen bei der Entscheidung.

Diodenlaser – ideal für Stempel und dünne Gummiplatten
Diodenlaser wie der xTool S1 oder der xTool M2 arbeiten mit einer Wellenlänge von 450 nm, die von Gummi gut absorbiert wird. Sie eignen sich hervorragend für die Gravur von Stempelgummi und Silikongummi bis zu einer Stärke von ca. 3–4 mm. Ein unterschätzter Vorteil: Die geringere Leistung von Diodenlasern reduziert das Risiko des Überbrenntens – besonders bei filigranen Stempelmotiven ein echter Pluspunkt.

CO₂-Laser – für professionelle Ergebnisse und größere Materialstärken
CO₂-Laser wie der xTool P3 mit einer Wellenlänge von ca. 10,6 µm interagieren besonders effektiv mit organischen, nichtmetallischen Materialien wie Gummi. Sie liefern schärfere Kanten, schnellere Bearbeitungszeiten und eignen sich auch für dickere Materialien sowie für den professionellen Serieneinsatz.
Tipps & Technik bei Gummi
Praxistipps für bessere Ergebnisse
Mit den folgenden Hinweisen holen Sie das Beste aus Ihrem Material heraus und vermeiden typische Fehler:
Materialsicherheit zuerst klären
Bevor Sie ein neues Gummimaterial lasern, prüfen Sie das Sicherheitsdatenblatt (SDS). Im Zweifel gilt: Lieber auf bewährten Lasergummi oder Silikongummi setzen, als unbekannte Materialien zu riskieren. Beginnen Sie stets mit speziell für die Laserbearbeitung entwickeltem Stempelgummi in 2–3 mm Stärke.
Design für Stempel spiegeln
Für Stempelgravuren muss das Motiv im Bearbeitungsprogramm (z. B. xTool Creative Space oder LightBurn) horizontal gespiegelt werden, bevor der Laser startet. Andernfalls erscheint das gestempelte Bild seitenverkehrt. Texte, Logos und asymmetrische Motive sind besonders betroffen.
Immer zuerst testen
Führen Sie vor der eigentlichen Gravur einen Testlauf auf einem Reststück desselben Materials durch. Gummi variiert in Zusammensetzung und Dichte – selbst bei scheinbar gleichen Platten können optimale Einstellungen leicht abweichen. Ein Testgitter mit variierenden Geschwindigkeiten bei stabiler Leistung spart Material und gibt Sicherheit.
Luftunterstützung (Air Assist) aktivieren
Aktivieren Sie die Luftunterstützung konsequent. Sie bläst Rauch, Partikel und Wärme direkt vom Bearbeitungspunkt weg, verhindert Ablagerungen auf der Optik und sorgt für sauberere Gravurkanten. Achten Sie darauf, den Luftstrom gering zu dosieren: Zu starker Luftstrom kann bei feinen Stempelmotiven die Schmelzzone zu schnell abkühlen und unscharfe Ränder verursachen.
Gravurtiefe beachten
Für einen sauberen Stempelabdruck sollte die Gravurtiefe bei 1,5–2 mm liegen. Zu flache Gravuren übertragen Farbe ungleichmäßig; zu tiefe Gravuren schwächen die Struktur des Materials. Regulieren Sie die Tiefe über Leistung, Geschwindigkeit und Anzahl der Durchgänge – nicht durch exzessive Leistungserhöhung.
Mehrere Durchgänge statt maximaler Leistung
Wenn mehr Tiefe benötigt wird: Lieber einen weiteren Durchgang bei gleicher Einstellung fahren, als die Leistung stark zu erhöhen. Zu viel Leistung führt zu Verbrennungen, Rußbildung und unscharfen Konturen.
Material nach der Bearbeitung reinigen
Nach der Gravur verbleibt oft ein grauer oder weißlicher Rückstand im gravierten Bereich. Entfernen Sie diesen gründlich mit einem sauberen Wattestäbchen, das leicht mit Wasser oder Isopropanol befeuchtet ist. Für Stempel gilt: Gründlich reinigen, bevor das Stempelmotiv auf einen Träger montiert wird.
Belüftung niemals vernachlässigen
Auch bei unbedenklichem Lasergummi entstehen Dämpfe und Feinstaub. Arbeiten Sie stets in einem gut belüfteten Raum und verwenden Sie eine Abluftanlage oder einen hochwertigen Luftfilter. Achten Sie darauf, dass die gefilterte Abluft nicht in den Arbeitsraum zurückgeführt wird. In unseren Shop finden Sie passende Abluftfilter.
Fun Fact
Anders als Holz, das beim Lasern dunkel verkokt und so Kontrast erzeugt, verdampft Gummi sauber an der Auftreffstelle des Laserstrahls. Das Ergebnis ist eine präzise, tiefe Hohlform – ideal für druckscharfe Stempel.
Anwendungsbereiche
Für kreativ arbeitende Menschen ist Stempelgummi eines der dankbarsten Einstiegsmaterialien überhaupt. Die Verarbeitung ist unkompliziert, die Ergebnisse sind sofort sichtbar – und das Erfolgserlebnis kommt schnell.
Profis und Unternehmen
Im professionellen Einsatz überzeugt die Laserbearbeitung von Gummi vor allem durch Präzision, Geschwindigkeit und Reproduzierbarkeit. Ob technische Dichtungen mit Beschriftungen, Serienstempel für Versandlogistik oder gebrandete Gummiprodukte für Messen und Events: Der Laser macht es möglich.
Typische Projekte:
- Dichtungen und Formteile mit Teilenummern oder Chargenkennzeichnungen direkt auf dem Material
- Adress- und Signierstempel für Versandabteilungen in hoher Stückzahl
- Serienproduktion von Firmenlogostempeln für Franchise-Systeme oder Filialnetzwerke
- Gummierte Unterleger und Anti-Rutsch-Elemente mit Markenkennzeichnung
Schulen und Bildungseinrichtungen
Stempelgummi bietet im schulischen Umfeld eine einzigartige Kombination aus Sicherheit, Kreativität und gestalterischem Lernpotenzial. Er lässt sich mit geringem Leistungsaufwand bearbeiten, ist erschwinglich und liefert anschauliche Ergebnisse – ideal für Workshops und Projekttage.
Typische Projekte:
- Lino-Druck-Alternative: Gravierte Stempel als Druckstöcke für Textil- und Papierdrucke
- MINT-Projekttage zu Materialkunde, Lasertechnologie und Produktdesign
- Schüler gestalten eigene Briefmarken, Buchzeichen oder Exlibris
- Taktile Lernmittel (z. B. erhabene Reliefs für inklusive Lehrmaterialien)
- Lehrer-Stempel-Sets (z. B. „Sehr gut“, Sternchen, Emojis)
Kleingewerbe oder Hobbyisten
Kein anderes Laserprodukt hat ein so günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis wie ein lasergravierter Gummistempel. Stempelgummi ist preiswert, der Laser arbeitet schnell, und die Nachfrage nach individuellen Stempeln ist konstant hoch – besonders auf Plattformen wie Etsy oder lokalen Handwerkermärkten.
Typische Projekte:
- Logo-Stempel für Kleinunternehmen, Verpackungen und Papiertüten
- Hochzeits- und Einladungsstempel mit Monogrammen, Datum und Motiven
- Branding-Stempel für handgefertigte Produkte, Kerzen oder Seifenmanufakturen
- Individuell gestaltete Wachssiegel-Stempel für besondere Anlässe
- Personalisierte Motivstempel für Karten, Verpackungen und Scrapbooking
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FAQ
Häufige Fragen zu Gummi Lasern
Nein. Nur bestimmte Gummisorten sind für die Laserbearbeitung geeignet. Besonders empfehlenswert ist speziell für den Laser entwickelter Stempelgummi sowie Silikongummi. Naturkautschuk ist bedingt geeignet, synthetische Gummisorten wie EPDM oder Nitril je nach Zusammensetzung. PVC-haltiger oder chlorierter Gummi darf unter keinen Umständen gelasert werden, da er hochgiftige Chlordämpfe freisetzt. Prüfen Sie im Zweifelsfall immer das Sicherheitsdatenblatt (SDS/MSDS) des Materials.
Für Einsteigerprojekte und Stempelgummi bis 3–4 mm Stärke sind Diodenlaser wie der xTool S1 oder xTool M2 sehr gut geeignet. Für dickere Materialien, höhere Produktionsgeschwindigkeit und professionelle Serienproduktion empfehlen sich CO₂-Laser wie der xTool P3. Wenn Sie sich bei der Gerätewahl unsicher sind, beraten wir Sie gerne kostenlos und unverbindlich.
Für einen sauberen und langlebigen Stempelabdruck empfiehlt sich eine Gravurtiefe von 1,5 bis 2 mm. Zu flache Gravuren übertragen Farbe ungleichmäßig und können bei detaillierten Motiven zu unscharfen Abdrucken führen. Zu tiefe Gravuren schwächen das Gummimaterial und können die Stempelstruktur beschädigen.
Bei geeigneten Materialien wie Stempelgummi oder Silikongummi entstehen beim Lasern zwar Dämpfe und Feinstaub, die jedoch bei ausreichender Belüftung gut handhabbar sind. Arbeiten Sie stets mit einer Abluftanlage oder einem hochwertigen Luftfilter und sorgen Sie für frische Luftzufuhr im Arbeitsraum. Bei PVC-haltigem Gummi ist die Gefährdung jedoch akut und und darf nicht mit einem Laser bearbeitet werden.
Weitere Informationen zu Materialien die nicht gelasert werden dürfen finden Sie hier.
Ja, unbedingt. Bei der Stempelgravur muss das Motiv vor der Bearbeitung horizontal gespiegelt werden. Andernfalls erscheint das gestempelte Bild seitenverkehrt. Achten Sie besonders bei Text, Logos und asymmetrischen Motiven darauf. Die meisten Bearbeitungsprogramme wie xTool Studio oder LightBurn bieten eine einfache Spiegelfunktion.
Lassen Sie den gravierten Gummi zunächst vollständig abkühlen. Wischen Sie Rückstände dann mit einem sauberen Wattestäbchen ab, das leicht mit Wasser oder Isopropanol befeuchtet ist – nie mit einem schmutzigen Tuch, da dieses Rußrückstände über die Oberfläche verteilt. Stempel sollten vor der ersten Verwendung gründlich gereinigt und getrocknet werden, um saubere Abdrücke zu gewährleisten.
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Je nach Bauart werden Laser in verschiedene Laserklassen eingeteilt. Abhängig von der jeweiligen Klasse müssen entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Erfahren Sie hier mehr über die einzelnen Laserklassen.
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